Timusic - Perpetua
Das Konzept-Album
Das Album umfasst zehn Titel, dauert etwa 33 Minuten und ist eine Reise durch
verschiedene Musik-Stile. Es tauchen Elemente des psychadelic Rock, Techno, Jazz,
Klassik, Chor und Pop auf. Dabei sind die meisten Tracks instrumental, es kommen aber
immer wieder vereinzelt Stimmen und Chorklänge vor. Es handelt sich um ein Konzept-
Album, das heisst, alle Tracks verlaufen ineinander und sind miteinander verbunden.
In der musikalischen Geschichte wird das Leben eines Lebewesens erzählt. Es bleibt dabei
völlig offen, ob es sich um einen Menschen, ein Tier oder eine Wunschkreatur der Natur
handelt. Als zusätzliche Unterstützung der Geschichte kreieren Dan Wenger und Sarah
Binz einen Animationsfilm. Bei der folgenden Interpretation der Geschichte haben wir uns
auf einen Menschen geeinigt, da es für eine Erklärung so am einfachsten ist.
Alle Tracks
1. Introduction
Das erste Stück des Albums ist eine Einführung der Geschichte. Dabei befindet sich der
Hauptcharakter der musikalischen Geschichte im Bauch der Mutter und hört die Klänge
und Atmosphäre der Aussenwelt zum ersten Mal. Alles ist ruhig und friedlich und es
ertönen Herzschläge, die auch immer wieder wiederkehrend ein Motiv des Albums sind
und für das Leben stehen.
2. Welcome to the World
Nach dem direkten Übergang des Intros in Track 2 wird die Musik aufgewühlter, das
Orchester wird lauter und die Zuhörenden merken, dass etwas Wichtiges passieren wird.
Ein Countdown zählt von 10 bis 1 und der Mensch wird geboren. Es gibt ein Gitarren-Solo
und musikalisch wird immer mehr aufgebaut, bis dann ein Paukenschlag erklingt und das
Geschrei von einem Baby zu hören ist. Danach ist alles still.
3. First Steps
Das dritte Stück des Albums ist das längste und markiert einen entscheidenden Moment
in der Erzählung. Es beschreibt das Aufwachsen des Kindes und dessen Entdeckung der
Welt. Musikalisch wird dies durch einen allmählichen Aufbau dargestellt, bei dem nach
und nach immer mehr Instrumente zu hören sind. Naturgeräusche werden eingeflochten
und verstärken das Gefühl des Erlebens. Zum ersten Mal taucht auch eine Solo-Stimme
auf, allerdings ohne Text, da das Kind noch nicht sprechen kann. Am Ende des Tracks
kommt es zum bedeutenden Wendepunkt: Man hört, wie das Kind zur Kirche rennt,
begleitet von den ersten Klängen aus Verdis Requiem. Dies symbolisiert den Verlust von
etwas Wichtigem im Leben des Kindes. Wer oder was dieser Verlust ist, bleibt unklar und
lässt Raum für die individuelle Fantasie der Zuhörenden. Diese Erfahrung des Verlustes
prägt das Kind und beeinflusst den weiteren Verlauf des Albums. Immer wieder kehren seine Gedanken zu diesem einschneidenden Moment zurück, bis er schliesslich im letzten
Stück der Geschichte lernt, loszulassen.
4. Wild
In diesem Abschnitt wird das Kind allmählich erwachsen. Es ist die Zeit der Jugend,
geprägt von Rebellion und Protest. Der Jugendliche ist wütend und offenbart zum ersten
Mal in seiner inneren Stimme die Unruhen in seinem Kopf. Diese Stimmen werden durch
den ersten Text des Albums wiedergegeben. Immer wieder denkt er an das erschütternde
Ereignis seiner Kindheit zurück und verzweifelt an den Erinnerungen.
5. Wild Outro
Doch dann, an einem Punkt scheinbarer Ausweglosigkeit, erblickt er eine wunderschöne junge Person, verliebt sich augenblicklich und findet eine zuvor unbekannte Ruhe. Diese Ruhe wird
musikalisch durch einen Chor dargestellt. Am Ende bleiben kleine Glöckchen, die im Wind klingen und den Übergang zum nächsten Stück schaffen.
6. Love
Die Glockenklänge hallen weiter und der Chor erzeugt eine mystische Atmosphäre. Der
junge Mensch erlebt Gefühle, die ihm bis dahin fremd waren. Er findet die Liebe und
erfährt zum ersten Mal wahres Glück.
7. Change
Es geschieht ein Zeitsprung. Der Mensch ist erwachsen geworden. Doch er erinnert sich
immer wieder an den Verlust in seiner Kindheit. Die Gedanken kommen immer mehr
zurück, auf einmal wühlt ihn das Ganze auf, er hat seine Emotionen und Gefühle nicht
mehr im Griff und rennt einfach los – bis er nicht mehr kann. Dann plötzlich ist aber alles
wieder leise. Die Zuhörenden nehmen den Herzschlag wieder wahr und er denkt an alles
zurück. Da tritt eine Wende ein, er geht weiter und scheint einen neuen Sinn im Leben zu
erkennen. Was er genau darin erkennt, ist wieder jede eigene Interpretation.
8. Change Outro
Dieser Teil der Geschichte schafft den Übergang von dem loslassen bis zum alt werden. Es ist ein Outro, bei dem der Zuhörende merkt, dass das Album langsam zu Ende geht.
9. Leave the World Behind
Es ist das letzte richtige Stück des Albums. Der Mensch ist alt geworden und in seinem Kopf lässt er sein ganzes Leben Revue passieren. Es kommt ein letztes Mal seine innere Stimme zum Ausdruck. Er weiss, dass er bald sterben wird, deshalb nimmt er bis zum letzten Atemzug noch einmal all seine Kraft hervor und erzählt, was ihn bewegt.
10. Peace
Es ist ein Chorstück, welches das Album beendet. Der Mensch ist gestorben, doch seine
Geschichte bleibt erhalten. Es soll alle darauf aufmerksam machen, dass man alles
geniessen soll, so lange es noch da ist – Denn alles ist vergänglich.
Der Titel «Perpetua»
Das Wort «Perpetua» ist lateinisch und bedeutet so viel wie «ewig», «ständig», «ununterbrochen», «dauernd». Dabei sind einerseits die Gedanken des Hauptcharakters gemeint, da er nie aufhören konnte, über den Schicksalsschlag in seiner Kindheit nachzudenken. Es verfolgte ihn in seinem ganzen Leben und erst, als er ein alter Mann ist, kann er damit abschliessen. Andererseits ist auch die Anregung zum Nachdenken das Ziel. Was bedeutet ewig? Gibt es ein Ende? Was passiert danach?